Selten verlangt es mich nach der »guten alten Zeit«. Die Qualität und der Komfort der heutigen Autos zum Beispiel, ist weitaus größer als bei meinem ersten VW-Käfer vor dreißig Jahren, einem Modell, in dem man im Winter ständig kalte Füße hatte und innen bei Tempo 120 brüllen musste, um sich zu unterhalten. Wenn ich in einer Werbung höre: »Sie sind auch nicht mehr so wie früher«, kann ich nur sagen: »Ich bin froh darüber, dass sie nicht mehr so sind wie früher.«
Es verlangt mich aber nach einer Rückkehr zu dem alten Weg, dem Weg zum Guten. Es war eine Zeit, in der Kindern noch Höflichkeit, Reinheit, Verlässlichkeit, Gehorsam gegenüber Autoritäten und Achtung vor Gott beigebracht wurde. Damals fand man keine Bilder von leicht oder gar nicht bekleideten Frauen in den Zeitungen, sondern viele Artikel reflektierten eher eine gewisse ethische Norm, der man verpflichtet war, z.B. Selbstbeherrschung oder Nachbarschaftshilfe.
Heute sind diese Grundsätze fast völlig verschwunden. Sie wurden durch neue Konzepte ersetzt, die uns einreden, dass wir nur dann glücklich und erfüllt sein können, wenn wir die Freiheit haben, jeden unserer egoistischen Wünsche und Triebe auszuleben. Die »alten Pfade« verwerfen ist nicht neu. In den Tagen des Jeremia schämten sich die Menschen wegen ihrer Sünden nicht, und als der Prophet sie aufforderte, auf den alten Weg zurückzukehren, da antworteten sie: »Wir wollen ihn nicht gehen.« Wir brauchen nicht zu resignieren. Gott hat immer noch alles unter Kontrolle. Wir können anderen den Weg weisen, indem wir ihn selbst gehen und die Menschen lieben und für sie beten.
»Null Bock – keine Lust!«
Das sind Äußerungen, die man immer häufiger vernimmt. Wie leichtfertig übernehmen wir modische »Sprüche«, um nicht aus der Reihe zu tanzen. Es ist ja so bequem mitzuschwimmen, angepasst zu sein. Wem wollen wir damit gefallen? In unserem Beispiel geht es um die uns so leicht befallende Unlust. Was sind die Ursachen und Auswirkungen der Unlust wie auch der Lust? Beide haben etwas mit unserer ererbten menschlichen Natur zu tun, womit der Schöpfergott uns ausgestattet hat. Diese können wir weder leugnen noch verbessern, wie wir immer wieder bei uns feststellen können. Es kommt nur darauf an, welche Rolle wir unseren Gefühlen – und dazu gehören auch die Lust und Unlust – in unserem Leben einräumen. Wenn wir uns vornehmlich durch unsere Gefühle leiten lassen, dann sollten wir uns fragen, ob dort nicht eine Ursache unserer Missgeschicke und Unzufriedenheit zu suchen ist. Gefühle allein sind – wie wir erkennen müssen – unzuverlässige Ratgeber in unserem Leben. Sie hängen von den Lebensumständen, vom Gesundheitszustand und vor allem von dem oben erwähnten Naturell ab, das aber durch die Sünde verdorben ist.
Leider ist es mit den Verstandeskräften, mit denen wir unsere Gefühle zu beherrschen suchen, nicht anders. Machen wir nicht auch die Erfahrung wie der Apostel Paulus: »Das Gute, das ich will, übe ich nicht aus, sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich« (Römer 7,19). Und zuvor schreibt er: »Denn ich weiß, dass in mir, das ist in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; denn das Wollen ist bei mir vorhanden, aber das Vollbringen des Guten nicht« (Römer 7,18).
Einfach in sechs Tagen
Oft wird die Frage gestellt, wie »buchstäblich« wir 1. Mose 1 zu nehmen haben und im allgemeineren Sinn, was »Buchstäblichkeit« hier eigentlich bedeutet. Das ist gar nicht so einfach; denken Sie z.B. an das Problem, wie schon am ersten Schöpfungstag das Licht erscheint, während erst am vierten Tag die Himmelskörper gemacht werden. Das sind sicher berechtigte Fragen. Sie sollen aber nicht überbewertet werden, denn es ist auffallend, wie selbstverständlich die Bibel davon ausgeht, dass das, was in 1. Mose 1 beschrieben wird, wirklich so geschehen ist. Man sollte sich auch fragen, ob man ohne die moderne Evolutionsdiskussion je auf den Gedanken gekommen wäre, die »buchstäbliche« Erklärung von 1. Mose 1 in Frage zu stellen.
Jedenfalls ist es auffallend, wie selbstverständlich und direkt in den zehn Geboten die Arbeitswoche von sechs Tagen mit der Schöpfungswoche von sechs Tagen verbunden wird. Offensichtlich geht Gott selbst, der diese Worte ausspricht, davon aus, dass die Schöpfungstage ebenso buchstäblich wie die Arbeitstage zu nehmen seien. Vielleicht wollen wir dann und wann allzu »vernünftig« sein, was leicht zur Eigensinnigkeit wird. Man muss sich im Ernst fragen, welche seriösen Gründe wir haben, anzunehmen, dass das Schöpfungswerk anders als in sechs »normalen« Tagen stattgefunden hat. So lange man nur festhält, dass sie in anderer Hinsicht natürlich völlig »unnormal« waren! Es waren einmalige Tage eines einmaligen Werkes Gottes, die in dieser Hinsicht mit keinen anderen Tagen zu vergleichen sind.
Achtung vor der Pleite!
Diese Anweisung beschreibt die Beziehung zu unseren Mitmenschen, wie Gott sie sich vorstellt. Nimmt man sie genau, dann verbietet sie uns, Schulden zu machen.
Wer sich mit dieser Forderung auseinander setzt, merkt, dass das Wirtschaftsleben nach ganz anderen Grundsätzen organisiert ist. Als Unternehmer ist es kaum möglich, langfristige Investitionen nur mit dem Eigenkapital zu finanzieren. Und auch Überbrückungskredite bei Liquiditätsengpässen werden sich kaum vermeiden lassen. Aber Gottes Forderung wird uns vor der wirtschaftlichen Pleite bewahren, indem sie uns das »Spekulieren« untersagt. Solange »Gegenwerte« (Immobilien usw.) vorhanden sind, ist man im Sinne dieses Verses nicht in »Schulden«. Doch in der Gier nach »Gewinnmaximierung« oder noch mehr privatem Luxus verliert mancher den Blick für die Realität. Wer mit Geldern aus Krediten an der Börse spekuliert, kann schnell Haus und Hof verlieren, und wer sich ein Luxusauto auf Pump leistet, verpfändet seine zukünftigen Einnahmen an die Banken – und wer weiß, ob er übermorgen noch Arbeit hat.
Die Bibel ermahnt uns: »Wenn wir aber Nahrung und Kleider haben, so wollen wir uns damit begnügen. Denn die reich werden wollen, die fallen in Versuchung und Verstrickung.« (1. Timotheus 6,8-9). Wer Gottes Gebot befolgt, bewahrt sich und die ihm Anvertrauten (Arbeitnehmer, Familie ..) vor drohendem Schaden, aber verzichtet möglicherweise auf unsicheren Luxus. Auch, wenn solche Geschäfte scheinbar ohne Schaden gelingen, widersprechen sie immer noch Gottes Gedanken für uns!
Späte Umkehr
Auf dem großen Friedhof im Norden von Stockholm liegt unter Tannen und Birken inmitten prachtvoller Grabdenkmäler ein Grab mit einem ganz einfachen, schlichten, schwarzen Holzkreuz mit der Inschrift: »Crux spes unica«, das heißt: Im Kreuz ist einzig Heil. Hier ruht der große schwedische Dichter August Strindberg (1849-1912), der diese Inschrift für sein Grab selbst gewählt hat. Er war einst bekannt als großer Gottesleugner und Lästerer. Am Ende seines bewegten Lebens schrieb er als Ergebnis seines Ringens: »Rein herausgesagt, ich schreibe mein ganzes Unglück der einen Tatsache zu, dass ich gottlos gewesen bin. Ein Mensch, der die Verbindung mit Gott abgebrochen hat, kann keinen Segen empfangen. Alles Gerede davon, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied sei, ist Spreu. >Wenn der HERR nicht das Haus baut, so arbeiten die Bauleute umsonst<, das ist die ganze Wahrheit.« Es bleibt die Frage, ob jeder sich erst durch alle denkbaren Irrungen und Wirrungen dieses Lebens hindurchkämpfen muss, um dann erst am Schluss unter dem Kreuz des Heilands Ruhe und Frieden zu finden. Dass jemand die Inschrift seines Grabdenkmals bestimmt hat, ist nicht einmalig. So hat der dänische Denker Sören Kierkegaard, der sein Leben wahrhaft durchlitten hat, seine Sehnsucht auf seinem Grabstein so bezeugt: Noch eine kurze Frist, dann ist's gewonnen, dann ist der ganze Streit in nichts zerronnen, dann darf ich laben mich an Lebensbächen und ewig, ewiglich mit Jesus sprechen.
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