Licht bringt es an den Tag

Könnten andere Menschen unsere Gedanken auf der Stirn lesen, gäbe es sicher breite Stirnbänder in jeder Preislage und Ausführung zu kaufen. Aber nun heißt es im Bibeltext unten, dass Gott alle Geheimnisse kennt, dass er jede Finsternis durchdringt.
Meine Eltern hatten mir von frühster Kindheit an Geschichten aus der Bibel erzählt und auch von der wunderbaren Herrlichkeit des Himmels. Wenn auch niemand die passenden Worte für die Großartigkeit dessen findet, was die an Christus Glaubenden dort zu erwarten haben, so hatte vor allem meine Mutter mir doch soviel Schönes davon gesagt, dass ich schon als kleiner Junge eine intensive Vorstellung von dem dort herrschenden Licht und Glanz in mir trug. Eines Nachts nun hatte ich Gelegenheit, einen klaren Sternenhimmel zu sehen, und für mich war augenblicklich klar, dass all die Sterne Löcher im »Himmelsfußboden« waren, durch die das Licht von Gottes Thronsaal zu uns herabschien.
Naturwissenschaftlich betrachtet war das natürlich Unsinn; aber wie gut wäre es doch für uns Erwachsene, wenn wir uns stets bewusst wären, dass der Himmel voller Licht ist, und dass dies Licht auch alle Finsternis um und in uns durchleuchtet. Gott ist Licht, sagt die Bibel, und Gott ist überall. Wäre uns das deutlicher bewusst, würden wir ihn bitten, unser Leben immer in seinem Licht zu führen und nichts im Dunkeln zu verbergen, was letztlich unmöglich ist. Denn Gott hat einen Tag bestimmt, an dem »alles Verborgene des Herzens ans Licht gebracht« wird. Diesen Tag brauchen wir allerdings nicht zu fürchten, wenn wir Gott schon vorher unsere Sünden bekannt und seine Vergebung in Anspruch genommen haben.

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Das Kreuz von Golgatha

Die Karthager haben es erfunden: das Kreuz als grausames Hinrichtungsinstrument. Nachdem die Römer die Karthager besiegt hatten, übernahmen sie das Kreuz von ihnen. Es war die schlimmste Hinrichtungsart der gesamten antiken Welt. Für die Römer war das Kreuz etwas so Abstoßendes, dass einer ihrer berühmten Staatsmänner, Cicero, es am liebsten aus dem Sprachschatz verbannt hätte. Das Kreuz war immer für andere bestimmt, niemals für Römer. Diese entehrende Strafe war für Nichtrömer und Sklaven vorgesehen. Wieder einmal zerrt man einen Todeskandidaten durch die Gassen Jerusalems. Der schwere Balken des Kreuzes drückt auf die schmerzenden Schultern. Endlich gelangt man zur Hinrichtungsstätte, einem kahlen, schädelförmigen Hügel – Golgatha! Hammerschläge erfüllen die Luft. Nägel werden dem Verurteilten in die Hände getrieben. Mit einem Ruck wird das Kreuz in die Erde gehievt. Dort hängt er nun – zwischen Himmel und Erde. Blut fließt von seinen durchbohrten Händen und Füßen herab. Eine aufgesetzte Krone aus Dornen sticht in sein Haupt. Und unter dem Kreuz wird gelacht, gespottet und gehöhnt. Wer ist dieser Mann, der so gedemütigt und verlacht wird? Es ist Jesus Christus, der Sohn Gottes. Vom Himmel kam er, gesandt von Gott. Nun hängt er dort zwischen Himmel und Erde, zwischen Gott und Menschen. Er hängt und blutet dort für Sie und mich, einsam und verlassen. Die Last der Sünde, die ganze Last einer schuldig gewordenen und verlorenen Menschheit liegt auf ihm. Er bezahlt am Kreuz mit seinem Leben für Ihre und meine Schuld, damit wir Frieden mit Gott bekommen.

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Tätiger Glaube

Heute jährt sich der Todestag des evangelischen Theologen Friedrich von Bodelschwingh (der Ältere). Er hatte die Betheler Anstalten zu einer der größten sozialen Einrichtungen der Welt ausgebaut. Sie wurden unter seiner Leitung bekannt als »Stadt der Barmherzigkeit« für Kranke und Behinderte, aber auch für Arbeits- und Obdachlose sowie für schwererziehbare Jugendliche. Als Abgeordneter im preußischen Landtag setzte er sich für die Arbeitslosen und die Rechte der Arbeiter ein. Seine vielfältige diakonische und missionarische Tätigkeit wurde getragen von einem starken Glauben.
Das Wesensmerkmal biblischen Glaubens ist das feste Vertrauen auf eine Person, und zwar auf Gott, und auf das, was er in seinem Wort, der Bibel, sagt. »Schwierig« wird dieser Glaube nur durch die Tatsache, dass man Gott nicht sieht und eigentlich keinen »Beweis« für seine Existenz hat. Andererseits ist Glauben leicht, denn wenn Gott mächtiger als alles ist, so wird sich das, was er sagt, ganz sicher bestätigen. Eine allmächtige Person kann ja ihren Willen auf jeden Fall durchsetzen. Sie ist daher absolut zuverlässig und vertrauenswürdig.
Wer sich zum Vertrauen auf Gott entschließt, bei dem äußert sich dies in konkreten Taten. Sie entstehen aus dem Erkennen, was man mit dem großen Gott zusammen alles wagen kann. Im Falle Bodelschwinghs bedeutete dies, dass er auf Grund der barmherzigen Liebe Gottes es wagte, sein eigenes Leben nach dem Prinzip der Liebe zu leben. Das beinhaltete Verzicht auf die eigenen Wünsche und Privilegien, statt dessen Einsatz und Hinwendung zu den Armen und Bedürftigen.

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Alles hat seinen Preis

In Zeiten, wo Kinder schon viel Geld in den Händen haben, gehört ein Ausspruch wie dieser zu den Allerweltsweisheiten. Was »Marktwert« ist, weiß jeder, der schon einmal einen Gebrauchtwagen gekauft oder verkauft hat. Angebot und Nachfrage gehören zum Alltagswortschatz. Vielleicht konnte auch Jona, der Prophet, an der Höhe des Fahrpreises erkennen, ob die Nachfrage für Überfahrten nach Spanien groß war oder nicht. Er bezahlte die Passage und zeigte uns, dass ihm der Preis nicht zu hoch war für den Zweck, Gott zu entkommen, ihm davonzulaufen.
Auf welches Abenteuer er sich einließ, war ihm da noch nicht bewusst. Er hatte vergessen, dass bei Gott die Preise anders berechnet werden. Für Jona addierte Gott noch etwas dazu, einen Sturm, das Verschlucktwerden von einem Fisch, drei Tage Dunkelheit mit fortwährendem Fasten und Beten, dann Zurückbeförderung in die Heimat zur Ausführung des Auftrages.
Wie Jona versuchen die Menschen immer wieder, Gott zu entkommen und sind bereit, einen hohen Preis dafür zu zahlen. Zu ihrem Verderben vergessen sie bei der Berechnung, den Preis ihrer Seele hinzu zu addieren. Aber gerade das macht den Hauptposten bei der Preiskalkulation aus.
Gott hat auch einen Preis gezahlt, einen überaus hohen sogar. Er hat seinen Sohn sterben lassen, damit wir, anstatt von ihm weg, ganz nahe zu ihm kommen können; und er vergibt uns unsere Sünden und macht uns zu seinen Kindern und Erben. Wenn das Nichts ist?!

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Kannst du denn nicht lauter schreien?

So fragt in einer Kalendergeschichte Brechts ein Mann einen still vor sich hinweinenden Jungen, dem ein anderer einen von zwei Groschen gestohlen hatte. Der Junge schüttelt verneinend den Kopf, darauf nimmt ihm der Mann auch noch den zweiten Groschen; eine erbarmungslos eindringliche Lehre! – Der Bibelvers unter dem Text stammt aus einer Geschichte, in der ein Blinder gehört hat, dass Jesus vorbeikommt. Auch er beginnt zu schreien: »Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner!« Das aber stört die Menschen am Straßenrand, die Jesus voraneilen, statt ihm nachzufolgen. Sie fordern ihn auf, gefälligst den Mund zu halten und die Stimmung nicht zu stören. »Er aber schrie um so mehr«, heißt es dann. Und Jesus wendet sich ihm zu. Er weiß, da ist einer, der randaliert nicht, weil es ihm Spaß macht. Der wünscht sich intakte Augen, und darüber hinaus eine heilbringende Begegnung mit ihm. Der Blinde seinerseits weiß: Wenn dieser Jesus hier vorbeikommt, dann ist das meine Chance, sehend zu werden. Wenn ich diese Chance nicht wahrnehme, kann mir nichts mehr helfen, jetzt oder nie. Er weiß, die Verantwortung für sein Heil kann ihm niemand abnehmen. Deshalb lässt er sich das Schreien auch von niemandem verbieten. Er ist das genaue Gegenteil des hilflosen Knaben, den Brecht darstellt. Je mehr die Leute dem Blinden den Mund verbieten, desto lauter schreit er. Das gefällt Jesus, er wendet sich ihm zu, macht ihn sehend und schenkt ihm ewiges Leben.
Rettung ist da für alle, die wirklich gerettet werden wollen, damals wie heute.

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Die Losung für heute

Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth!

Psalm 84,2

In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?

Johannes 14,2

© Evangelische Brüder-Unität – Herrnhuter Brüdergemeine
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