George Whitefield, der große Erweckungsprediger des 18. Jahrhunderts in England und Amerika, ritt unaufhörlich von einem Predigtort zum nächsten. Einmal hörte er von einer sehr in Bedrängnis geratenen Witwe und gab ihr seine gesamte Barschaft – fünf Guineen (1 Guinee = 1 Pfund und 1 Schilling, die Kaufkraft dieses Betrages war ungleich höher als heute). Auf den Tadel seines Freundes, unvernünftig gehandelt zu haben, erwiderte er: »Wenn Gott uns Not begegnen lässt, dann damit wir ihr abhelfen!« Kurz darauf kam ein Wegelagerer und forderte alles Geld. So wurde auch der Freund seinen Besitz los. Bald darauf tauchte der Räuber wieder auf und verlangte von Whitefield dessen Jacke, wenn schon kein Geld bei ihm zu holen war. Dafür gab er dem Prediger seinen zerlumpten Rock.
Nicht lange danach sahen sie schon wieder den Räuber, wie er ihnen nachsetzte. Sie trieben ihre Tiere zu höchster Eile an und erreichten noch gerade rechtzeitig eine Ortschaft. – Gerettet! In seinem Quartier untersuchte Whitefield die Räuberjacke und fand darin einen Beutel mit 65 Guineen.
Diese Geschichte ist ein weiterer Beweis für die Einsicht einer alten Christin, die wiederholt sagte: »An Gott kann man nichts loswerden.« Nicht immer zahlt Gott irdische Zinsen, aber er häuft auf jeden Fall »einen Schatz im Himmel« für uns auf. Vertröstung aufs Jenseits? Nein, sondern nüchterne Einschätzung der Realität! Wir können darauf vertrauen, dass er uns nicht »sitzen lässt«, wenn wir um seinetwillen etwas gegeben oder auf etwas verzichtet haben, was wir eigentlich selbst gut gebrauchen konnten oder was uns zustand.
Und Gott sprach …
… damit beginnt und endet die Bibel. Was soll man aber tun, wenn man Gott und der Bibel skeptisch gegenübersteht? Tausende von Büchern wurden verfasst, um die Bibel zu widerlegen. Ebenso haben viele Schriftsteller Bücher veröffentlicht, die sich uneingeschränkt auf die Bibel gründen. Ist die Bibel nun Wahrheit oder nicht? Gibt es eine Kompromisslösung, ein bisschen wahr und ein bisschen falsch?
Die Bibel beansprucht für sich, die absolute Wahrheit zu sein. Wenn also etwas falsch darin wäre, wäre sie nicht die absolute Wahrheit, sondern würde lügen.
Die Bibel wurde innerhalb von 1400 Jahren verfasst; mehr als 40 verschiedene Schreiber unterschiedlichster Berufs- und Gesellschaftsgruppen (Könige, Bauern, Philosophen, Fischer) arbeiteten daran; sie wurde auf drei verschiedenen Kontinenten geschrieben und in drei Sprachen notiert. Dennoch besticht sie durch die Harmonie einer Grundbotschaft: Die Erlösung des Menschen.
Kann eine derartige Abstimmung Zufall sein? Diese Harmonie kann nur das Konzept eines Autors sein, Gott!
Es gibt aber etwas, das wichtiger ist als alle Beweise, die auf verstandesmäßiger Logik beruhen. Dazu lassen wir die Bibel selbst sprechen, um dem vielmals angeklagten Wort Gottes das Schlusswort zu gewähren: »Da antwortete Jesus ihnen und sprach: Wenn jemand meinen Willen tun will, so wird er von der Lehre wissen, ob sie aus Gott ist oder ob ich aus mir selbst rede« (Johannes 17,7).
Wer braucht Hilfe?
Dem heutigen Bibelvers wird kaum jemand widersprechen können. Wer stark und gesund ist, an dem können Ärzte nicht reich werden. In Wirklichkeit sucht allerdings so mancher regelmäßig sogar mehr als einen Arzt auf, obwohl er (oder sie) ganz gut ohne ärztliche Behandlung auskäme. Andere wiederum müssten dringend zum Arzt, schieben das aber immer weiter hinaus. Dennoch: An der Gültigkeit unseres Tagesverses ändert auch solch ein Fehlverhalten nichts. Denn wer als Gesunder oder eingebildeter Kranker Ärzte in Anspruch nimmt, verursacht nur unnötige Kosten. Und wer ernstlich krank ist und nicht zum Arzt geht, schadet sich selbst.
Nun hat Jesus Christus – denn von ihm stammt dieser Ausspruch – diese Binsenweisheit aber nur angeführt, um einen ganz anderen Zusammenhang deutlich zu machen. Denn er sagt anschließend: »Ich bin nicht gekommen, Gerechte zu rufen, sondern Sünder.« Damit umreißt er den Personenkreis, für den er als Sohn Gottes in diese Welt gekommen ist: für Sünder. Das sind Menschen, die die Gebote Gottes übertreten haben und deswegen für ewig von der Gemeinschaft mit Gott ausgeschlossen sind. Für sie hat er sich verhaften, anklagen, misshandeln, anspeien und schließlich kreuzigen lassen und so an ihrer Stelle die Strafe Gottes für ihre Sünde getragen. Wer nun an ihn glaubt und ihm nachfolgt, den heilt er von der Sündenkrankheit und deren Folgen, der ewigen Verdammnis. Wer jedoch meint, auch vor Gott gerecht genug zu sein und Jesus Christus nicht zu brauchen, bleibt an seiner Sünde krank und muss einst für ewig sterben.
Eines steht jedenfalls fest …
… nichts ist so beständig wie der Wandel. Wir leben in einer schnell sich verändernden Zeit. Ständig muss man sich auf etwas Neues einstellen – und das Alte gilt plötzlich nicht mehr. Die »gute alte Zeit«, nach der manche sich zurücksehnen, gibt es längst nicht mehr, und ob sie wirklich gut war, weiß auch keiner so recht (vgl. Prediger 7,10). Selbst wissenschaftliche Erkenntnisse sind dem Wandel unterworfen. Was gestern noch richtig schien, wird heute für falsch gehalten.
Natürlich verändern sich auch die Menschen. Sie ändern ihre Pläne und Einstellungen. »Was stört mich mein Geschwätz von gestern«, sagt man und ist damit frei, zu denken was man heute will. Das bezieht sich auch auf unsere Vorstellungen von Gut und Böse. Die Maßstäbe unserer Gesellschaft sind ständig der Veränderung unterworfen. »Alles fließt«, sagten schon die alten Griechen, nur eins steht fest: Gott ändert sich nicht. Er ist heute derselbe wie vor 2000 Jahren. Er ist der Unveränderliche, der Treue, der Zuverlässige. Gott steht für klare Linien und Durchgängigkeit. Auf ihn ist Verlass, was er zusagt, das hält er auch. Gott ist der einzige, der zuverlässig etwas versprechen kann, weil er die Zukunft kennt und auch die Macht hat, den Dingen die von ihm beabsichtigte Richtung zu geben.
Ist das nicht genau das, was wir brauchen? Wir brauchen einen festen Bezugspunkt, an dem wir uns orientieren können. Wir brauchen einen Halt für unser Leben, einen sicheren Standpunkt. Gott bietet sich uns an. Wer in diesem großen Gott zur Ruhe gekommen ist, empfängt Orientierung und Halt in den Strudeln und Strömungen unserer Zeit.
Erschaffe mir ein reines Herz
Das heutige Bibelwort ist nicht – wie man meinen könnte – eine Aufzählung der Inhalte eines durchschnittlichen Abendprogramms der Privatsender. Dies ist eine Beschreibung unseres Herzens. Das Fernsehen schafft nicht das Böse, es gibt ihm nur in vielen Fällen eine höchstwirksame Plattform. Es macht sie sichtbar: die bösen Gedanken des menschlichen Herzens. Und dadurch, dass wir unser Herz ständig mit bösen Gedanken füttern, tritt eine Gewöhnung ein. Das Böse wird normal. Es ist doch in Ordnung, dass man sich auf Kosten anderer durchsetzt – oder? Was ist denn schon dabei, wenn man mit jemand ins Bett geht, mit dem man nicht verheiratet ist? Warum nicht mal lügen, wenn es mich weiterbringt? Viele dieser Dinge haben durch ständige Darstellung in den Medien breite gesellschaftliche Akzeptanz gefunden. Und plötzlich wundert man sich, dass »der Ehrliche der Dumme« ist.
Der Herr Jesus Christus lässt uns einen wenig schmeichelhaften Blick in unser Herz tun. Und dass wir nach außen hin nicht alle gleich schlecht sind, liegt an verschiedenen Ursachen: Erziehung, Umgang, Selbstdisziplin und Klugheit, nicht zuletzt aber an der bewahrenden Gnade Gottes, ohne die wir alle »zu allem fähig« wären. Als der König David einmal erkannte, in welchem Zustand sein Herz war, kam er mit folgender Bitte zu Gott: »Erschaffe mir, Gott, ein reines Herz, und erneuere in mir einen festen Geist!« (Psalm 51,12). Nur Gott kann unser Herz verändern. Er ist der einzige Herzspezialist, der unser böses Herz erneuern und verändern kann. Wenn wir uns ihm im Gebet anvertrauen und ihm unsere Schuld nennen, kann er uns ein reines Herz schaffen.
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