Jemand sah sich beim Fahrradhändler nach einem neuen Fahrrad um. Er suchte sich eines aus, machte eine Probefahrt und meldete anschließend: »Die Pedale sind schief montiert«. Nach kurzer Inspektion meinte der Händler: »Die Pedale an dem neuen Fahrrad stehen richtig. Allerdings sind die Pedale an Ihrem alten Fahrrad schief, und Sie haben sich inzwischen an schiefe Pedale gewöhnt.«
Dieses Bild lässt sich auf manche unserer Beurteilungen übertragen. Jedes Urteil, das wir fällen, wird von einem Vor-Urteil bestimmt. Wenn wir zum Beispiel beurteilen wollen, ob die Bibel von A-Z wahr ist, besteht die Gefahr, in den Chor der landläufigen Meinungen einzustimmen: »Die Bibel enthält Märchen und Widersprüche; Gottes Wort ist nur stellenweise enthalten usw.« Andere haben schon vor uns geurteilt, und wir übernehmen die Beurteilungen und bauen darauf unser persönliches Urteil auf.
An dieser Stelle ist wichtig, dass wir uns die gleichen Fragen stellen wie Jesus dem Gesetzesgelehrten aus Lukas 10. »Was steht geschrieben?« Das ist noch einfach. Man kann auswendig aufsagen, was in der Bibel steht. Viel eindringlicher ist die zweite Frage: »Wie liest du?« Welche Brille haben wir auf, wenn wir die Bibel lesen? Die Brille von Nachbar Schulze, Pfarrer Meyer oder vom ungläubigen Religionslehrer? Der Gesetzesgelehrte wusste, was im Gesetz stand, urteilte aber darüber, wie man es in seinen Kreisen tat. Dann muss Jesus ihm sagen: »Das gilt dir persönlich! Philosophiere nicht, sondern tu, was das Gesetz, die Bibel, sagt.«
So jung und schon so krank
Wer selbst krank ist, hat oft große Schmerzen. Eltern leiden aber oft noch mehr als ihr Kind, wenn es schwer krank wird. Da liegt das kleine Wesen, hat hohes Fieber und weint herzzerreißend vor Schmerzen. Die Eltern sind hilflos, sie holen einen Arzt, doch auch dessen Hilfe ist so manches Mal begrenzt. Das eigene Kind dann leiden zu sehen und nicht helfen zu können, das bricht einem fast das Herz.
Ähnlich schlimm ist es, wenn andere Nahestehende schwer krank werden – Eltern, Geschwister, sonstige Verwandte oder Freunde. Ihr Leid, ihre Schmerzen, ihre Angst lassen einen nicht unberührt, sondern ziehen uns mit in ihr Leiden hinein. Und auch da möchte man so gerne helfen und weiß doch nicht wie.
Der heutige Tagesvers entstammt einer solchen Krankengeschichte, auch wenn sie schon 2000 Jahre zurückliegt. Ein Junge ist krank geworden, sein Zustand verschlimmert sich, die Eltern wissen keinen Rat mehr. Das war damals also nicht anders als heute. Der Vater von damals erfährt, dass Jesus Christus sich in einer über 30 Kilometer entfernten Stadt aufhält. In seiner Verzweiflung macht er sich zu diesem Tagesmarsch auf, um dort Hilfe zu suchen. Und er sucht sie nicht vergeblich! Jesus Christus als Herr über Leben und Tod sagt ihm zu: »Dein Sohn wird gesund werden!« Der Vater glaubt dieser Zusage, und als er am nächsten Tag nach Hause kommt, findet er sie bestätigt.
Nicht nur bei eigener Krankheit und Not, sondern auch bei dem Leid anderer wollen wir die Hilfe Gottes suchen und deswegen zu ihm beten.
Wieder zu Hause
Ich ging noch nicht zur Schule. Aber das Schild »Zoo« hatte ich schnell erkannt und drängte mich an den vielen Menschen vorbei. Dass ich mich dabei von meinen Eltern entfernt hatte, war mir erst bewusst, als ich an der Kasse stand und nicht bezahlen konnte. Jetzt ging die Suche los. Freundliche Leute entdeckten mich und brachten mich zur Polizeistation. Weinend nannte ich meinen Namen und erzählte mein Vorhaben. – Und meine Eltern? Sie hatten inzwischen den ganzen Park durchkämmt und vergeblich nach mir gesucht. Als wir uns dann am späten Nachmittag schließlich fanden, war die Freude groß. Es gab keine Vorwürfe; denn der verlorene Sohn war wiedergefunden.
»Adam, wo bist du?«, war der traurige und liebevolle Ruf Gottes nach dem Menschen, der sich vor Gott unter die Sträucher versteckt hatte. Damals – im Paradies. Seitdem sucht und ruft Gott nach seinen heimatlosen Geschöpfen. Er weiß um die Aussichtslosigkeit unserer Lage. Vielleicht ist sie Ihnen nicht bewusst. Sie leben vergnügt und empfinden Ihr Verlorensein nicht. Gott aber weiß um Ihre Sehnsucht nach Glück und Geborgenheit. Er weiß, wie schaurig und furchtbar die hereinbrechende Nacht Ihres Lebens sein wird, wenn Sie in Ihrer letzten Stunde nicht nach Hause gehen. Deshalb sandte er seinen Sohn. Er kam, um Ihnen die Rückkehr ins Vaterhaus zu ermöglichen. Er gab sein Leben dafür hin. Jesus Christus stieg an Ihrer Stelle hinab in den Abgrund der Hölle, um Ihnen diese ewigen Qualen zu ersparen. Nun ist der Weg in die Arme Gottes frei. Sie dürfen kommen, wie Sie sind. Es gibt nichts Schöneres im Leben, als nach Hause zu kommen.
Mein bester Lehrer
Wenn wir das Wort »Schule« hören, werden Erinnerungen wach, vielleicht schöne, vielleicht aber auch unangenehme. Das geht uns allen so. Mit dem einen Lehrer kamen wir gut klar, mit dem anderen weniger. Aber Schule hat ja unabhängig von mehr oder weniger guten Lehrern noch einen anderen Sinn. Wie oft haben wir den Satz gehört: Du lernst nicht für die Schule, sondern fürs Leben. Das heißt, in der Schule werden junge Menschen erzogen. »Schule« soll mithelfen, damit Menschen lebenstüchtig werden. Deshalb haben alle Erzieher eine große Verantwortung.
Jetzt lesen wir in unserem Tagesvers, dass Gott uns erzieht. Das finde ich großartig. Denn nur ein von Gott Erzogener kann auch Kindern Gott lieb und groß machen.
Gott gibt sich viel Mühe mit uns. Er zeigt uns in der Bibel, wo’s lang geht. Er macht uns klar, was wirklich wichtig ist im Leben. Er gibt uns Lebenshilfe. Deshalb lohnt es sich, die Bibel zu lesen. Denn Gott ist der beste Lehrer, den ich mir vorstellen kann. Menschen machen Fehler, Gott nicht. Menschen sind manchmal ungerecht, Gott nicht. Hinzu kommt, dass Gott mich gemacht hat. Er weiß am besten, was gut für mich ist. Nun – ich verstehe ihn nicht immer. Und manchmal frage ich, warum Gott gerade jetzt so handelt. Aber ich weiß, dass er alles richtig macht. Er will nur mein Bestes. Er ist zu mir wie ein liebender Vater. Dafür bin ich wirklich dankbar. Ein Kind Gottes bin ich, seitdem ich an Jesus Christus, den Sohn Gottes, glaube und bewusst mit ihm lebe. Gott als Lehrer und Vater zu haben, ist das Beste, was uns passieren kann.
Gott zahlt gute Zinsen
George Whitefield, der große Erweckungsprediger des 18. Jahrhunderts in England und Amerika, ritt unaufhörlich von einem Predigtort zum nächsten. Einmal hörte er von einer sehr in Bedrängnis geratenen Witwe und gab ihr seine gesamte Barschaft – fünf Guineen (1 Guinee = 1 Pfund und 1 Schilling, die Kaufkraft dieses Betrages war ungleich höher als heute). Auf den Tadel seines Freundes, unvernünftig gehandelt zu haben, erwiderte er: »Wenn Gott uns Not begegnen lässt, dann damit wir ihr abhelfen!« Kurz darauf kam ein Wegelagerer und forderte alles Geld. So wurde auch der Freund seinen Besitz los. Bald darauf tauchte der Räuber wieder auf und verlangte von Whitefield dessen Jacke, wenn schon kein Geld bei ihm zu holen war. Dafür gab er dem Prediger seinen zerlumpten Rock.
Nicht lange danach sahen sie schon wieder den Räuber, wie er ihnen nachsetzte. Sie trieben ihre Tiere zu höchster Eile an und erreichten noch gerade rechtzeitig eine Ortschaft. – Gerettet! In seinem Quartier untersuchte Whitefield die Räuberjacke und fand darin einen Beutel mit 65 Guineen.
Diese Geschichte ist ein weiterer Beweis für die Einsicht einer alten Christin, die wiederholt sagte: »An Gott kann man nichts loswerden.« Nicht immer zahlt Gott irdische Zinsen, aber er häuft auf jeden Fall »einen Schatz im Himmel« für uns auf. Vertröstung aufs Jenseits? Nein, sondern nüchterne Einschätzung der Realität! Wir können darauf vertrauen, dass er uns nicht »sitzen lässt«, wenn wir um seinetwillen etwas gegeben oder auf etwas verzichtet haben, was wir eigentlich selbst gut gebrauchen konnten oder was uns zustand.
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