Es bereitet tiefen Schmerz, wenn ein Partner den anderen verlässt und einseitig eine Beziehung abbricht, die vielleicht schon über einen langen Zeitraum hinweg bestanden hat. Die Gründe sind vielfältig. Manche Beziehung geht in die Brüche, weil anderes wie z.B. der Beruf wichtiger wird. Andere wiederum sind ständig auf der Suche nach etwas Besserem. Aber auch wenn heute Ehescheidungen an der Tagesordnung sind, so ist doch die Überzeugung tief in uns verwurzelt, dass Beziehungen solcher Art lebenslang bestehen bleiben sollten. Bis heute wird eine Ehe immer noch unter einer solchen Prämisse geschlossen.
Warum gibt es trotzdem diese Tendenz in uns, eng geknüpfte Beziehungen aufzugeben oder aufs Spiel zu setzen? Tief im Menschen verwurzelt ist auch der Drang, unser Leben selbst zu bestimmen und durchzusetzen, was wir selbst wollen – auch gegen andere. Dafür sind wir u.U. bereit, alles aufs Spiel zu setzen.
Das Bibelwort des heutigen Tages ist kein Vorwurf an Ehepartner, sondern ein Wort Jesu an seine Gemeinde (in Ephesus), die innerlich dabei war, sich von ihrem Herrn zu lösen. Die Beziehung zu Gott ist, wenn sie geknüpft ist, auch ein Liebesverhältnis. Sie ist die Bindung, die rang- und qualitätsmäßig die »erste« in unserem Leben sein sollte. Letztlich sind wir auf diese enge Bindung hin zu Gott, unserem Schöpfer, angelegt und selbst die eheliche Bindung zwischen Menschen spiegelt nur wider, wie eng sich Gott unser Verhältnis zu ihm wünscht.
Können wir uns das vorstellen, dass sich Gott wie ein verlassener Ehepartner fühlt, wenn wir uns von ihm abwenden?
Ein Buch macht Furore
Es gibt nur wenige Bücher, die so viel Aufsehen erregt haben wie das von Darwin »Über die Entstehung der Arten .« Es erschien im Jahre 1859 und entwickelte die Grundzüge der Evolutionstheorie. Zum Streitobjekt wurde diese Theorie neben anderem deshalb, weil in ihr Gott als der Schöpfer für jeden Menschen erfahrbar sozusagen abgeschafft wurde. Verstärkt wurde diese Tendenz, weil die Jünger Darwins seine Theorie in einer Weise fortschrieben, verallgemeinerten und radikalisierten, dass wenig vorgebildete Menschen nicht leicht die ideologische Absicht dahinter erkennen konnten, die darin besteht, Gott aus dem Denken der Menschen zu entfernen.
Die eigentliche Frage für die Menschen und für die Christen insbesondere wurde von Darwin daher nicht zum ersten Mal formuliert, sondern nur verschärft. Sie lautete: Wie ist das Verhältnis von Glaube und Wissenschaft zu sehen? Was wir uns meistens nicht deutlich genug machen, ist die Tatsache, dass zum Wesen der Wissenschaft der Zweifel gehört. Der Wissenschaftler darf in Bezug auf seine Arbeit nicht vermuten, nicht glauben, er muss sogar zweifeln, solange er nicht zweifelsfrei weiß. Nehmen wir diesen Satz ernst, ist leicht einzusehen, warum aus der Wissenschaft kein Glaube erwachsen kann. Die Sphäre Gottes bleibt dem menschlichen Erkenntnisvermögen verschlossen, es sei denn, Gott offenbart sich dem Menschen. Die Offenbarung erzeugt Glauben, der ein Verstehen schafft, das in der Schöpfung den Schöpfer erkennt und im Menschen das Geschöpf Gottes. Nur hieraus erwächst die in unserer Zeit so notwendige Ehrfurcht vor dem Leben.
Die neuen Mythen
Vor einigen Jahrzehnten war es große Mode in der deutschen Theologie, das Neue Testament zu »entmythologisieren«, d.h. die vermeintlichen Mythen aus ihm herauszufiltern, um zu dem eigentlichen Kern der »Botschaft« durchzudringen. Aber gerade die hohe Idee einer »neutralen« und »objektiven« Wissenschaft, die dem »Entmythologisierungsprogramm« zu Grunde lag, war eine der typischen »Mythen« unserer modernen Zeit.
Die Idee einer allgemeinen Evolution, der Traum des kommunistischen »Paradieses«, der Fortschrittsglaube (»alles wird allmählich schöner und besser«) waren andere solcher Mythen. Weil der Mensch in unserer »nachchristlichen« Zeit die gesunde Lehre nicht mehr ertragen kann, scheint ihm fast jeder Mythos lieber als die Wahrheit zu sein.
Heute ist der Einfluss der Mythologie größer denn je. Einige mächtige Mythen sind das »New Age«-Denken, die Überschätzung der Wirtschaft (»die Ökonomie löst all unsere Probleme«) und der Heilkunde (»der gesunde Körper ist Bedingung Nummer eins für das wahre Glück«). Es fällt auch vielen Christen nicht leicht, diese Mythen immer zu durchschauen. Deshalb warnt Paulus uns: »Du aber sei nüchtern in allem.« Je sicherer wir in der Wahrheit Gottes befestigt sind, umso weniger stehen wir in Gefahr, uns den Mythen zu ergeben. Aber lasst uns uns selbst nicht überschätzen! Die Macht der Mythen um uns herum ist gewaltig und lässt auch uns nicht unberührt. »Du aber bleibe in dem, was du gelernt hast … weil du von Kind auf die heiligen Schriften kennst« (2. Timotheus 3,14.15).
Die ganze Welt gewinnen?
Bei einer Meinungsumfrage über die wichtigsten Lebenswünsche würden sicher viele Leute antworten: Das Wichtigste ist, möglichst viel Erfolg zu haben. Erfolg macht uns wirtschaftlich unabhängig und versetzt uns in die Lage, uns viele Wünsche zu erfüllen.
Durch den Erfolg wird auch unser Image aufgewertet. Manche Menschen gelten geradezu als »Winner«, weil ihnen anscheinend immer und überall alles gelingt. Solche Menschen werden zu Vorbildern und Idolen, denen andere nacheifern. Sicher wird niemand so reich werden können, dass ihm die ganze Welt gehört. Aber einem Menschen ist tatsächlich die ganze Welt angeboten worden, nämlich Jesus Christus. Interessanterweise kam das Angebot vom Teufel (Matthäus 4,9). Jesus hat abgelehnt, weil der Teufel dafür einen unverschämten Preis verlangte: Er sollte sich vor ihm niederwerfen und ihn anbeten!
Mancher hat für denselben Preis geringeren Erfolg eingeheimst. Andere wieder sind von Erfolg zu Erfolg gehetzt, dabei innerlich immer leerer geworden und letztlich völlig ausgebrannt. In welche inneren Krisen sind Menschen gekommen, wenn der Erfolg plötzlich ausblieb! Hat nicht mancher auch krumme Touren geritten, um dem Erfolg »nachzuhelfen«? Sind nicht Neid, Prahlerei und spitze Ellenbogen oft Partner des Erfolges? Unser Leben braucht einen tieferen inneren Anker als den Erfolg. Diesen Anker finden wir letztlich nur in der Kraft und Geborgenheit des Glaubens an Jesus Christus. Dann werden wir in der Gemeinschaft mit Gott zu unserer wahren Bestimmung finden, und innerlich reich, uns an Erfolgen freuen, die von Gott geschenkt sind.
Können Berge hören?
Natürlich nicht! Und doch steht das Wort unten in der Bibel. Was meint Gott denn damit, wenn er so etwas sagt? Der Herr Jesus Christus hat auch gesagt: »Wenn ihr zu dem Berg sprecht.« Und durch den Propheten Sacharja lässt er sagen: »Wer bist du, Berg, vor mir?«
Wenn ich an Israels Berge denke, dann empfinde ich, wie sehr unterschiedlich sie sind. Da ist der gewaltige schneebedeckte Hermon, der aus dem Dunst des Jordantales aufsteigt, wie ein unwirkliches Gemälde, ein Kontrast zwischen heiß und kalt. Oder der runde Tabor, so ganz anders sieht er aus als alle umliegenden Berge. Und natürlich der Ölberg, wo Jesus betete, mit dem einmaligen Ausblick auf Jerusalem, an dessen Abhang sich der Garten Gethsemane schmiegt und an dessen Fuß das Kidrontal liegt, durch das König David zog, als er von seinem Sohn Absalom floh.
Unvergesslich ist mir auch der Moses-Berg Horeb im Sinaimassiv. An manchen Stellen sieht es so aus, als hätte Gott erst kürzlich die gewaltigen Felsbrocken dort hingeworfen. Man hört den Wind, als wollte er sprechen, die Stille, als wollte sie flüstern. Kein Mensch kann dort sein, ohne tief beeindruckt zu werden.
Nun spricht die Bibel ja oft in Bildern. Berge sind nämlich auch ein Bild der Mächte oder der Mächtigen dieser Welt. Die lassen ja selten mit sich reden. Aber wie ist es mit mir? Fühle ich mich nicht auch manchmal so stark, dass Gott nicht mit mir reden kann? Er will jedenfalls, dass wir von unserem »Berg« herunterkommen, um zu hören, was Er uns sagen will.
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