In der Wissenschaft, aber auch im täglichen Leben wenden wir ständig verschiedene Denkprinzipien an, von denen das schlussfolgernde Denken wohl die häufigste Art ist. Wir kennen einige Voraussetzungen und Fakten und ziehen daraus Schlüsse mit einem neuen Ergebnis bzw. gewinnen neue Information. Weil wir Menschen mit dieser Gabe ausgerüstet sind, brauchte Gott uns nicht eine 1000bändige Bibliothek, sondern nur ein einziges Buch auszuhändigen, die Bibel. Vieles von dem, was nicht geschrieben steht, können wir uns denkerisch erschließen.
In Israel gab es zur Zeit Jesu die Sadduzäer, die nicht an eine Auferstehung glaubten. So kamen sie mit einer Fangfrage zu Jesus und versuchten ihn mit folgender gedachten Situation: Eine Frau habe nach dem Tod des ersten Mannes seinen Bruder geheiratet. Als dieser starb, heiratete sie einen weiteren Bruder. Schließlich starb sie selbst, nachdem sie alle sieben Brüder zum Mann gehabt hatte. Wessen Frau wird sie in der Auferstehung sein? Als Antwort gab Jesus ihnen ein Lehrstück für das schlussfolgernde Denken. Ohne weiteres hätten sie auch aus dem Alten Testament die Auferstehung von den Toten ableiten können. In Matthäus 22,32 zitiert Jesus, wie Gott sich dem Mose bei der Berufung vorstellt: »Ich bin der Gott Abrahams und der Gott Isaaks und der Gott Jakobs« (2. Mose 3,6) und fügt hinzu »Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebendigen« und überlässt es seinen Kritikern, daraus die Auferstehung abzuleiten: Weil Gott Leben ist, kann er nur über Lebende Gott sein. Da aber Abraham und Isaak gestorben sind, müssen sie auferstehen, denn sonst wäre Gott ein Gott der Toten und nicht der Lebenden.
Ein Gesetz für Sterne und Menschen
Sprüche 3 ist ein Kapitel, in dem von vorne bis hinten der Mensch ermahnt wird, Gott zu fürchten und nach seinem Gesetz zu leben. Deshalb ist es bemerkenswert, in der Mitte plötzlich über ganz etwas anderes zu lesen, nämlich über die Weisheit, mit der Gott alles geschaffen hat. Es geht hier aber nur scheinbar um einen Gegensatz. Gott zeigt hier, dass es nur ein, das ganze Weltall umfassendes, göttliches Gesetz gibt: Sowie es den Fluten befiehlt, hervorzubrechen, so befiehlt es dem Menschen, nach Gottes Willen zu leben. Es ist in Sprüche, Kapitel 3, Gottes Weisheit, alles wunderbar zu machen und zu unterhalten, und es ist des Menschen Weisheit, Gottes Gebote zu halten und ihm zu dienen.
Im Altertum war die Idee der »Naturgesetze« unbekannt; vielmehr stellte man sich die Welt oft vor als beherrscht von unberechenbaren Geistern. Die Christen wussten aber um einen Gott, der nicht willkürlich, sondern vertrauenswürdig und zuverlässig ist. Deshalb kann z. B. Gottes Treue aus dem steten, voraussagbaren Verhalten der Naturerscheinungen nachgewiesen werden (Psalm 89,9-10.30.38; Jeremia 33,25-26). Durch diese biblische Überzeugung getrieben, waren es gerade Christen-Gelehrte, die die moderne Naturwissenschaft entwickelten. Sie betrachteten Wissenschaft als die Bestrebung, die Gesetzesordnung, die Gott für die geschaffene Wirklichkeit eingesetzt hatte, zu entschleiern.
Wenn ein Mensch um Gottes Weisheit in seinem eigenen Leben weiß, lernt er, Gottes Weisheit sogar an den Sternen zu erkennen.
Ich habe Angst!
Angst begleitet unser Leben. Sie gehört einfach zu unserem Menschsein. Selbst die Mutigen handeln nur nach überwundener Angst. Angst ist nicht nur ein stummer Begleiter, der sich ab und zu einmal meldet. Etwa bei der Frau, die Angst davor hat, ihr Kind könnte krank werden oder nicht heil aus der Schule zurückkommen. Oder bei dem Mann, der um seine Arbeitsstelle fürchtet. Oder bei dem Schüler, der vor der bevorstehenden Mathearbeit zittert. Gefährlich wird es, wenn die Angst als ständiger Begleiter unser Leben knechtet und unsere Persönlichkeit im Tiefsten packt und krümmt. Die psychosomatischen Beschwerden, deren Ursache oft unbewusste Ängste sind, nehmen zu. Wie gehen wir damit um? Auch die Bibel spricht von Angst. Aber sie stellt sie in ein anderes Licht. Sie macht deutlich, dass unsere Angst im Tiefsten etwas mit Beziehungsverlust zu tun hat. Bereits auf den ersten Seiten der Bibel lesen wir das Wort Angst. Als sich der Mensch durch den Sündenfall von den guten Ordnungen Gottes trennte, war die Angst geboren. »Und Gott, der HERR, rief den Menschen und sprach zu ihm: Wo bist du? Da sagte er: Ich hörte deine Stimme im Garten (Paradies) und fürchtete mich« (1. Mose 3,9-10).
Wir können festhalten: Angst und Gottesentfremdung stehen in einem direkten Zusammenhang. Aber die Gabe Gottes, Jesus Christus, ist gekommen, um diese kaputte Beziehung zwischen Gott und Mensch wiederherzustellen. Wenn wir unser Leben ihm übergeben und seine Sühnungstat am Kreuz glaubend angenommen haben, werden wir in seiner Nachfolge auch die Ängste besiegen.
Jesus – gekrönt!
Jesus Christus wurde gekrönt, weil er für uns in diese Welt gekommen ist – für uns gelitten hat – für uns gekreuzigt wurde – für uns den Sieg über Satan und Tod am Kreuz errungen und damit Gott, den Vater, auf vollkommene Weise offenbart und verherrlicht hat. Seine Auferstehung und Seine Himmelfahrt setzten den triumphalen Schlusspunkt hinter Sein gewaltiges Erlösungswerk für uns Menschen. Was für ein Herr! Was für ein Erlöser! Was für ein Sieg! Darum hat Gott ihn auch hocherhoben und ihm einen Namen gegeben, der über jeden Namen ist. Doch zu aller Zeit schlug dem Namen des Herrn Jesus Feindschaft vonseiten der Menschen entgegen. Das äußert sich immer wieder in Aggressionen, die zu Verfolgungen ausarten können, oder man schweigt den Namen Jesu tot, erachtet ihn nicht einmal einer Diskussion wert.
Dieser Name Jesus passt einfach nicht in unser Weltbild. Wie viel hätten die Machthaber damals dafür gegeben, wäre die Sache mit diesem Jesus ein für allemal vom Tisch gewesen. Aber nichts da! Gott hat das Zepter in der Hand. Und er spricht das letzte Wort. Die Auferstehung und die Himmelfahrt seines Sohnes, Jesus Christus, bedeuten Thronbesteigung. Jesus ist nun Herr über alles! Von Gott mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt. Ihm ist alle Macht gegeben, sei es im Himmel oder auf der Erde. Wer ihm freiwillig sein sündiges Leben und seine schuldvolle Vergangenheit bekennt und die Vergebung annimmt, der hat teil an Sieg, Krone, Thron und Herrlichkeit. Wer es jedoch mit der Welt und der Sünde hält, steht auf der Verliererseite. Für ewig!
Christen – ganz normal und doch anders
Einmal die Woche fand bei uns der Hauskreis statt. In der Nachbarschaft sagte man bald: »Das sind die, die immer so laut singen.« Als Kind war mir das manchmal unangenehm. Bald merkten die Leute aber, dass wir eigentlich ganz normale Menschen waren: Mein Vater hatte einen Beruf, meine Mutter hatte guten Kontakt zu vielen im Dorf, und wir Kinder wurden beim Spielen genauso schmutzig wie alle anderen. Christen unterscheiden sich auf den ersten Blick wohl kaum von Nichtchristen. Natürlich gab es auch Dinge, die wir mit unserer Familie nicht mitmachten. Wir beteiligten uns z.B. nicht an dem üblichen Gerede über andere und waren auch an weltlichen Festen nicht zu sehen. Eine ganz normale Familie also, aber doch irgendwie anders.
Christen sind Menschen wie alle anderen insofern, als sie in einer Gesellschaft leben und das tun, was in dieser Gesellschaft gefordert ist. Wie jeder Bürger zahlen sie z.B. ihre Steuern. Sie unterscheiden sich allerdings dadurch von Nichtchristen, dass sie gleichzeitig Gott das geben, was ihm gehört: Er hat die Menschen erschaffen, deshalb geben sie ihm ihr ganzes Leben. – So sollte es jedenfalls sein. Sie fragen in erster Linie danach, was er aus ihrem Leben machen möchte. Ihr ganzes Denken und Handeln ist von dieser Frage geprägt. Das Ziel Gottes ist, dass andere Menschen an Christen erkennen, wie er ist. Sie, die seinem Sohn Jesus Christus nachfolgen, sollen ein Zeugnis sein für die Liebe Gottes, die er doch so gerne an jeden Menschen weitergeben möchte.
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