Da gehen sie hin, die Leute, die den Jungen zum Grab schleppen. Der aber fühlt nichts, sieht nichts, hört nichts, und seiner Mutter bleibt nichts, als weinend hinterherzulaufen. Das gibt es aber nicht nur bei Beerdigungen wie damals in der Stadt Nain, als Jesus diesem Trauerzug begegnete und den toten Jungen wieder zum Leben erweckte.
Wie viele Eltern können bloß noch weinend hinter den Totengräbern ihrer Kinder herziehen? Sie sehen, was ihr Kind nicht sieht, nicht sehen kann, weil es geistlich tot ist, wie die Bibel es nennt. Diese Totengräber können Einzelpersonen sein, aber auch Gruppen, denen sich die Jugendlichen angeschlossen haben, oder Ideologien, denen die jungen Leute ins Garn gegangen sind. Da hilft kein Weinen, kein Betteln, kein Schimpfen, kein Drohen. Unaufhaltsam geht es dem Verderben der Seele entgegen.
Nur einer kann noch helfen. Er kann den makabren Zug zum Stehen bringen und den Fortgeschleppten auferwecken, damit er zuerst einmal einen Schrecken bekommt, wenn er wahrnimmt, dass seine vermeintlichen Freunde mit Grabschaufeln bewaffnet sind und er selbst im Sarg liegt. Aber dann heißt ihn der Herr Jesus aufstehen, sich von diesem tödlichen Gefährt herabzubegeben und selbständige Schritte zu tun. Und wie bei jeder echten Bekehrung kommt auch das Verhältnis zu den gläubigen Eltern in Ordnung; denn der Herr gibt den jungen Mann seiner Mutter zurück. Ob Sie nun »Mutter« oder »Jüngling« sind, beiden kann nur der Herr Jesus helfen; aber er will es auch.
Immer der Sonne entgegen?
Als Adam das Paradies verlassen musste, zog er ostwärts. Sein Sohn Kain rannte in die gleiche Richtung, nachdem er seinen Bruder erschlagen hatte. Beide wollten nach ihrem Versagen einem neuen Anfang, einem »neuen Morgen«, dem Beginn eines besseren Zeitalters entgegengehen. Seither versuchen alle Menschen für eine bessere Zukunft zu arbeiten, oder zumindest von ihr zu träumen. Ohne Gott im Blick zu haben – dem hat man ja den Rücken zugekehrt – mag das auch sinnvoll erscheinen, weil die augenblickliche Lage der meisten Menschen überaus verbesserungsbedürftig ist. Man hofft auf »Fortschritt« und weiß nicht, dass dieser Weg nur ein stetiges Fortschreiten von der Quelle wahren Lebens in immer tiefere Finsternis ist. Heute wissen wir, dass kein Jahrhundert barbarischer war als das jetzt zu Ende gehende; aber immer noch stürmen die Leute vorwärts in die Gottesferne!
Um ein anderes Bild zu gebrauchen: Die Menschen drängen sich in einen immer enger werdenden Tunnel, weil sie am Ende ein Licht sehen, und wissen nicht, dass es die Flammen des Infernos sind. Gott aber hat die Welt so geliebt, dass Er sogar seinen Sohn für ihre Erlösung am Kreuz hat sterben lassen. Jeder, der umkehrt, der umdenkt, kann wie der verlorene Sohn in Lukas 15 in Gottes offene Arme laufen. Darum stand auch in Gottes Heiligtum im Alten Testament, in der Stiftshütte wie auch im Tempel, das Tor nach Osten hin für die Heimkehrenden sperrangelweit offen. Und jeder, der eintrat, sah auf dem Brandopferaltar das für die Sünden des Volkes dargebrachte Opferlamm, aufgrund dessen Gott dem reumütigen Sünder vergeben konnte.
Die Natur ist nicht göttlich
Es ist herrlich, die Taten des Herrn zu erforschen. Das kann man auch ruhig auf den Wissenschaftler anwenden, der die Schöpfungswerke Gottes erforscht. Wer seine Schöpfung untersucht, lernt dadurch etwas von ihm selbst kennen: »Majestät und Pracht ist sein Tun.«
Die Schöpfung spricht uns von Gott, aber sie ist nicht selbst göttlich. Viele Heiden haben die Natur vergöttlicht oder als den Bereich göttlicher Mächte gesehen. Deshalb durften sie die Natur nicht analysieren oder manipulieren, so dass eine echte Naturwissenschaft unmöglich war. Die alten Ägypter weihten Priester, um Leichen zu balsamieren. Bis weit in das Mittelalter war es ein Sakrileg, Leichen zu sezieren. Erst in der Zeit der Renaissance wurde die so genannte »Entzauberung« der Natur vervollständigt und die Natur mehr zugänglich gemacht.
Die Reformatoren haben gut verstanden, dass nicht die Natur, sondern nur Gott heilig ist. Dadurch wurden Analyse und Beherrschung der Natur, und somit auch Technologie, erst möglich gemacht. Die Christen, die die moderne Naturwissenschaft gründeten, verstanden, dass es ein Vorrecht, ja, ein göttlicher Auftrag ist, die Schöpfungswerke Gottes zu erforschen. Dadurch wird nämlich nicht nur Gottes Allmacht verherrlicht, sondern auch das reiche Potential der Schöpfung zur Entfaltung gebracht. Erst dadurch kann der Mensch auch wirklich über Gottes Werke »herrschen« (1. Mose 1,28), allerdings nicht als souveräner Herr, sondern nur als Verwalter dessen, was Gott uns anvertraut hat.
Achtung … fertig … los …
… und mit der Ruhe war es vorbei. Als Kind ging es bei uns zu Hause lieblich-lautstark zu. Bei jedem Mittagessen wurden heftige Debatten geführt. Ohrenbetäubende Diskussionen kratzten an den Ohrmuscheln. Wir liebten es, unsere zahlreichen wichtigen und unwichtigen Angelegenheiten in der Zimmerlautstärke eines Fußballstadions auszuhandeln. Ein Wort übertönte das andere. Die ganze fünfköpfige Familie beteiligte sich aktiv daran, unser ganzes Temperament am offenen Fenster die Nachbarn miterleben zu lassen. Unser Motto: Je lauter, je deutlicher. Doch wer verstand noch wirklich, was der andere sagen wollte?
Heute heißt es meist: Hauptsache, wir reden und es ist laut! Jeder denkt: Der andere muss mir zuhören. Können wir aber noch hören? Viele teilen uns aufdringlich etwas mit und dröhnen mit Parolen auf uns ein. »Viel >bla, bla<, sagte der griechische Bootsbesitzer, als er sich bei einer Ausfahrt über die Gesprächsinhalte seiner Landsleute beklagte. »Mir hört niemand mehr zu«, kritisiert eine ältere Dame im Seniorenheim. Die einen reden, nur wenige hören.
Wenn es dann was wirklich Wichtiges gibt, sind die Ohren taub oder auf Durchzug gestellt. Ganz »baff« war jene Frau dort im Land der Bibel, als sie entdeckte, dass Gott in der Person Jesu persönlich neben ihr stand. Hatte sie es wohl geahnt, dass er es war, der mit ihr redete? Hören wir ihn? Gott ist nicht weit weg. Jesus, der Sohn Gottes redet durch sein Wort zu uns. Nicht taub sein, aber einmal still werden, wenn Gott uns etwas zu sagen hat. Das sollten wir mal erwägen!
Jesus – für uns gestorben!
Keiner redet gern von Tod und Sterben. Es wäre auch sehr merkwürdig, wenn man es täte. Der Tod ist ein Feind. Wer wollte das bestreiten? Im Tod wird der ganze Bankrott unseres oft so stolzen und mit vielen Aufgaben gefüllten Lebens offenbar. Dann erweist sich, dass alle Titel, alle Medaillen und Ehrenurkunden nur gepressten Blütenblättern gleichen, durch die wir uns des schnell verwelkenden Ruhmes auf Dauer versichern wollen. Aber mit dem Tod verlieren auch sie ihre Gültigkeit; wenn wir vor Gott erscheinen müssen, helfen sie kein bisschen.
Kein Mensch ist imstande, ohne Furcht vor Gottes Heiligkeit und Gerechtigkeit hinzutreten. Der Gedanke, dass Gott einmal jede Sünde richten wird, lässt den Menschen verzagen. Es ist daher nicht überraschend, wenn er versucht, der Realität des Sterbenmüssens auszuweichen. Paulus allerdings stört der Gedanke an den Tod recht wenig. Er weiß, dass seit dem Sterben Jesu am Kreuz für ihn der Tod seine grauenhafte Macht verloren hat. Ihn bedrückt das Versäumte nicht mehr. Die Schuld seines Lebens hat Jesus Christus für ihn beglichen. Im Tod hat Jesus seine Schuld bezahlt. Darum: »Wo ist, o Tod, dein Stachel?«
Die hektische Zeit lässt sehr wenig Raum zum Nachdenken über folgende Fragen: Was wird, wenn ich sterbe? Wohin geht die Reise? Wo werde ich meine Augen öffnen? Wer diese Fragen verdrängt, steckt den Kopf in den Sand. Also stellen wir uns mutig der Realität; bringen wir unser Leben in Sicherheit. Nur dort, wo ein Mensch Jesus Christus begegnet und ihn als seinen Retter in Herz und Leben aufnimmt, weicht die Angst vor dem Tod. Sie dürfen leben! Jesus starb für Sie!
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